Heilanstalten HL.

Hohe Kiefern, mehere verlassene verwunschene Villen – eine ehemalige Vorzeigeklinik im Landhausstil.

So wie auch ungefähr 60 andere Heilanstalten wurde diese hier zur Zeit der Tuberkulose erschaffen. Um 1900, als es noch keine Medizin und keine Medikamente zur Bekämpfung der Epidemie gab, setzte man auf die Idee, die für die ärmere Bevölkerung unbezahlbaren Kuren in zumeist Italien und Schweiz nach Deutschland zu verlagern. Neben oft abenteuerlichen Behandlungsmethoden waren die probaten Mittel wie frische Luft, Ruhe und Erholung auf Liegebalkonen und in vor schlechtem Wetter geschützten Wandelhallen auf dem Genesungsweg erfolgreicher, als die noch zu erforschenden Medikamente.  

Zwischen hohen uckermärkischen Kiefern wurden seit 1903 unter dem DRK als Trägereinrichtung in 13 Villen 300 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren behandelt, sogar Schulunterricht wurde angeboten. In einem zusätzlichen Gebäude konnte etwas später ein Frauensanatorium aufgebaut werden.

In HL fand man seinerzeit die modernste und am besten ausgestattete Anstalt mit besonderer Aufmerksamkeit zu hohem Hygienestandard. Aufwendige Architektur, die entsprechend einfach sauber gehalten werden konnte, gab Schutz vor der Ansiedlung von Keimen. Am Besten ist dies nicht nur an den Treppenstufen zu erkennen, dessen Ecken durch eine rundliche Form auffallen.

Nach der Machtergreifung machten die Nationalsozialisten HL zum Reichssportsanatorium. Olympiateilnehmer und Fussballnationalspieler wurden hier fit gehalten. 
Beste Ärzte mit besten Behandlungsmethoden und den ersten Fitnessgeräten waren für Prominenz und Politiker da, welche sich auch in dem damals einzigartigen Schwimmbad mit gläsernerm Schiebedach erholen konnten. 

Negative Schlagzeilen machte HL aber auch, indem medizinische Versuche an KZ-Häftlingen durch dessen Ärzte vorbereitet und geplant wurden.

1945 übernimmt die Sowjetarmee das gesamte Areal und baut es um zu einem Lazarett, Teilbereiche nutze man als Geburtsstation.
Seit der deutschen Wiedervereinigung und dem Abzug der Russen um 1993 steht alles leer. Das Gelände und die Gebäude konnten weitestgehend vor Vandalismus geschützt werden, lediglich ein kleiner Anteil der Gebäude ist vor dem Einsturz bedroht. Ein paar kleine Villen sind bereits saniert, die kleine Helenenkapelle befindet sich in Obhut eines Fördervereins.


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